Von Lubuntu nach Bodhi

Linux-Betriebssystem

Von Lubuntu nach Bodhi

Die Erleuchtung kam mit Bodhi Linux. Und mein Rechner reiste von Lubuntu nach Bodhi. Denn Bodhi sieht schicker aus, läuft noch schneller und bietet einige hilfreiche Werkzeuge, die die Arbeit mit dieser Version eines Linux Betriebssystem erleichtern. Ein Bericht.

In meinem Büroschrank lag noch ein alter Toshiba-Laptop mit kaputtem Bildschirm. Nachdem ich meinen alten T60 fit gemacht hatte, war ich neugierig, ob ich auch noch eine Linux-Distribution auf Mister Toshiba installieren könnte. Ich mache es kurz: Es hat nicht funktioniert, auch wenn z.B. Bodhi Linux von CD startete. Eine Installation wollte einfach nicht gelingen.

Als Dank für meine Experimente habe ich aber dann doch noch etwas wunderbares erhalten: die Erkenntnis, dass das zuvor von mir umrundete Bodhi Linux, das Linux ist, dass ich nutzen möchte. Warum? Also, wo fangen wir an…

Bodhi Linux Screenshot

Warum Bodhi Linux?

Erst einmal habe ich das Gefühl, dass Bodhi Linux noch schneller auf meinem alten T60 läuft als Lubuntu. Anwendungen starten richtig schnell und Firefox läuft noch flüssiger und stottert nur bei HD-YouTube-Videos. Atom Editor & Co. arbeiten dagegen auch mit Erweiterungen sauber.

Ein weiteres dickes Plus ist die Website von Bodhi Linux. Die ist gut gestaltet und liefert wirklich hilfreiche und gut-strukturierte Informationen. Die Entwickler geben sich wirklich Mühe Neulinge abzuholen und der Artikel “Adding Software” erklärt mir endlich mal in Ruhe, die verschiedenen Möglichkeiten Programme zu installieren. Genau so möchte ich als erfahrener Computer-Nutzer abgeholt werden, wenn ich eine neue Welt betrete. Top.

Außerdem sieht die grafische Oberfläche von Bodhi Linux sehr gut aus und bietet sogar einige Effekte ohne den Computer zu verlangsamen. Lediglich die pulsierenden Icons in der Statusleiste (hier iBar/Shelf genannt) hampeln mir ein wenig zu viel. Dafür jedoch – bis auf die hampelnden Icons *schluchz* – lässt sich die Oberfläche sehr gut anpassen. Die Statusleiste kannst Du sogar so weit gestalten, dass Sie wie das Dock beim Mac in OS X mittig mit großen Symbolen ausschaut. Selbstverständlich verschwindet die Leiste auch auf Wunsch, wenn man nicht mit der Maus an den – bei mir unteren – Rand kommt.

Großartig und simpel: Das Bodhi Appcenter

Wunderbar bei Bodhi finde ich auch, dass es mit so gut wie gar keinen Programmen daherkommt. Es sind wirklich nur ein paar grundlegende Programme installiert, selbst Firefox fehlt zu Anfang. Abhilfe – ähnlich wie bei Ubuntu – schafft hier das übersichtliche aber feine Bodhi Appcenter. Das tut genau, was es soll: Schnell und unkompliziert von den Bodhi-Entwicklern ausgewählte Programme zu installieren. Die Auswahl ist übersichtlich, auch das finde ich gut. Denn für alles andere gibt es das Terminal und sudo apt-get install x.

Tastenkombinationen

Ich liebe Tastenkombinationen, die mich flüssiger arbeiten, Programme schneller starten, und Prozesse aufrufen lassen. So habe ich mir auf dem Mac ein einfaches, leicht zu handhabendes System ausgedacht. Programme wie Atom, Terminal, Open Office, Photoshop oder z.B. Chrome starte ich beginnend mit ctrl + alt + cmd und den jeweiligen Anfangsbuchstaben – z.B. ctrl + alt + cmd + c für Chrome. Klingt kompliziert, ist es aber nicht, weil die ersten drei Tasten alle nebeneinander liegen.

Auch Bodhi-Linux ermöglicht das Anlegen und die Verwaltung von Tastenkombinationen. Genial finde ich, dass Du über das gestartete Programm in der Menüleiste ein Kürzel festlegen kannst. Hehe, leider habe ich das ganze System noch nicht ganz geblickt und es ist hier – wohl ein wenig typisch für Linux – nicht ganz intuitiv.

Clipboard: Dickerer Zwischenspeicher

Was sich mir schon seit Jahren nicht erschließt, ist die Tatsache, dass man immer nur einen Zwischenspeicherschritt hat. Man muss sein Betriebssystem erst einmal mit einem Zwischenspeicher-Manager wie Ditto oder Clipmenu erweitern, um mehrere Zwischenspeicherschritte zu haben.

Bodhi Linux ist das erste System, dass sofort – sogar an prominenter Stelle in der Taskleiste – mit einem größeren Zwischenspeicher (Clipboard) daher kommt. Top! Leider ist das Clipboard noch ein wenig unbefriedigend, da man es nicht über Tastenkombinationen aufrufen kann. Man muss erst immer mit der Maus einen gespeicherten Schritt aufrufen, um ihn dann einsetzen zu dürfen.

Fazit Bodhi Linux

Mich erstaunt es immer wieder, wie viele Entwickler Herzblut in eigene Entwicklungen stecken. Ich will gar nicht wissen, wieviel Arbeit in dieser Distribution steckt. Und die Designer hinter der Oberfläche haben wirklich gute Arbeit geleistet. Eine sehr schöne, schlanke und gelungene Version eines Linuxsystems. Mal schauen, wie lange ich damit noch weiter experimentiere…

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